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Youth-Camp - Kenia 09.07 - 26.07.2006

Angefangen hat alles mit der nebenbei gestellten Frage: "Willst du mit nach Kenia?" Etwa ein halbes Jahr später habe ich mich auf dem Kenyatta International Airport, Nairobi, wiedergefunden. Gerade einmal zwei Stunden hatten wir, um uns nach dem langen Flug (12 Stunden + Zwischenstopp in Doha, Qatar) frisch zu machen. Ein bisschen frischer, aber kaum wacher, haben wir uns dann auf den Weg ins Kinderheim in der Nähe von Embu am Fuß des Mount Kenya gemacht. Zuvor wurden wir jedoch noch von Njeru Kathangu (einem ehemaligen Parlamentsabgeordneten sowie Gründer des Kinderheims und anderer wohltätiger Einrichtungen) in Empfang genommen. Mit 10 Leuten (Thomas Gebauer, Sabine und Peter Stey, Meike Taraba, Melina Lexis, Juliane Schmidtbauer, Lukas Balzer, Christian Abé, Carmen Schwittalla) und einem Fahrer sind wir in einem der so typischen Matatus aufgebrochen. Diese - sagen wir mal Gefährten - sind klein, sehr eng, meist asiatischer Herkunft, befördern bis zu vierzehn Personen (obwohl auch mehr drin sind, wenn man will) und machen etwa 50 % des Straßenverkehrs aus. Für die 150Km ins Kinderheim nach Runyenjes, unserem Ziel, haben wir etwa 3 ½ Stunden gebraucht. Wir fuhren durch eine sehr vielfältige Kulturlandschaft. Mais-, Reis-, Tee-, und Kaffeepflanzungen reihten sich aneinander. Nachdem wir am Nachmittag im Kiaragana Kinderheim angekommen waren, wurden wir zunächst zurückhaltend aber sehr freundlich und offen empfangen.

Die vier festen Mitarbeiter sind Linapiera Marigue Ireri, die wir Piera genannt haben. Sie bleibt auch nachts bei den Kindern, Jeska Njoki Njere, Njoki gerufen, ist tagsüber im Kinderheim, ebenso wir ihr Mann Kariaki Njanga, genannt Luca, der die männliche Bezugsperson für die Kinder darstellt. Hinzu kommt der Manager Perminus Njue.

Die Kinder haben wir dann kennengelernt, als sie nachmittags aus der Schule kamen: Cyrus G. Ireri, Denis Munene, Ester Murungi, Francis Muchangi, Jacson Gitonga, Martin Ireri, Mercy Wanja, Nancy Murungi, Pericicia Kina, Peter Nijiru Ireri, Samuel Ireri, Silas Gitonga, Pauline, Jason.

Für uns waren all diese Namen natürlich eine Herausforderung, aber den Kindern erging es kaum besser und somit war das Namenüben am Tisch für alle immer ein großer Spaß. Auch die anfängliche Scheu war schnell verflogen, und ein lockerer und entspannter Umgang machte uns den Aufenthalt sehr angenehm.

Die folgenden sechs Nächte haben wir in Zelten verbracht, die glücklicherweise alle wasserdicht waren, weil es nachts doch hin und wieder geregnet hat. Tagsüber war das Wetter eher grau und verhangen und auch sonst nicht sonderlich freundlich aber ertragbar.

An den Tagen im Kinderheim haben wir unterschiedliche Arbeiten erledigt. Einige Hauptaufgaben waren beispielsweise das Streichen des Zauns, der das Heim an einer Seite abgrenzt. Hinzu kamen das Küchenhaus, die Schlafsäle und Toiletten sowie die Dining-hall, die wir alle mit neuen Anstrichen aufgefrischt haben. Andere tägliche Aufgaben waren Holzhacken. Das Holz benötigte man vor allem für das Küchenfeuer und musste daher für die schmalen Öffnungen relativ klein gespalten werden. Außerdem mussten jeden Tag mehrmals die Wassertonnen aufgefüllt werden. Um die zu füllen musste man mit Kanistern zum nahe gelegenen Wasserlauf gehen und sie dann den Hang zum Heim wieder hinauftragen. Täglich fielen auch einige Aufgaben in der Küche an. Knapp 25 Menschen machen natürlich viel Arbeit. Morgens mussten also zuerst einmal die Töpfe vom Vortag geschrubbt werden. Und mit Schrubben ist wirklich Schrubben gemeint. Ruß von offenem Feuer will von Töpfen mit 70 cm Durchmesser abgekratzt sein. Das Abspülen hat in der Regel immer die ersten beiden Stunden des Küchendienstes eingenommen. Anschließend mussten große Mengen Möhren, Tomaten und vor allem Knoblauch für das Mittagessen vorbereitet werden. In der Regel gab es eine Mischung aus Mais und Bohnen sowie Reis mit Karotten, was beides sehr nahrhafte Gerichte sind. Zudem ist an einem Tag während der Woche Fleisch- und an einem anderen Chapatitag. Für uns war dieses Essen bekannt und wurde deshalb mit der Zeit langweilig. Häufig brachten wir uns zur Ergänzung des "toten" Essens leckere Früchte und Gemüse aus dem Ort mit. Mangos, Orangen, Bananen, Avocados und Tomaten waren günstig an vielen Obstständen zu finden.

Für uns zunächst gewöhnungsbedürftig waren die sanitären Anlagen. Die Toiletten waren schlichte Verschläge mit betoniertem Boden, in dem ein Spalt als Abfluss diente. Die Duschen waren im Grunde ähnlich, nur dass man sich vor dem Duschen einen Eimer warmes Wasser besorgen musste, um dann mit einer Schöpfkelle (halbe Kalebassen) das Wasser über sich zu schütten. Dieses Wasser kam genauso wie unser Trinkwasser aus dem nahen Wasserlauf, wurde allerdings nicht abgekocht.
Große Begeisterung fanden die Kinder auch an unseren mitgebrachten Gegenständen. Alles wurde aufs Genaueste studiert. Taschenlampen, MP3-Player, Kameras, Taschenmesser und ein kleines Radio sorgten immer wieder für Fröhlichkeit. Im Grunde genommen interessierten sich die Kinder für all unsere Besitzstände, unsere Geschichten und besonders unsere Haare, die immer wieder geflochten und frisiert wurden. Die Kinder saßen auch oft vor unseren Zelten, um zu sehen wie wir "wohnen".
Unsere helle Haut und unsere Haare waren wohl auch der Grund, warum wir im Ort auffielen wie Exoten. Nicht viele Mzungus (gesprochen Mosungu = Weiße) scheinen in dieser Gegend des Landes zu verkehren. Mit großer Neugier wurden wir von den Einheimischen betrachtet und nicht selten angesprochen. Die Menschen waren jedoch stets freundlich.

Für uns besonders interessant war die Reaktion von fremden Kindern. Häufig blieben sie ängstlich stehen oder wichen auf Grund unserer Fremdartigkeit zurück. Oft kamen sie allerdings auch auf uns zu, lachten und freuten sich über unsere Anwesenheit.

Auch im Heim haben wir häufig erlebt, dass sich vor dem Zaun eine Gruppe von Kindern versammelt hatte, die uns scheu beobachteten oder mit Gesten klarmachten, dass sie gern fotografiert werden möchten.

Wirklich eindrucksvoll war auch die Vegetation der Region. Wie bereits erwähnt fanden sich die unterschiedlichsten Kulturpflanzen nebeneinander. Aber auch jede Menge tropische Früchte wie z.B. Mango, Papaya oder Passionsfrucht wuchsen in der Gegend. Leider war es Winter und die meisten Früchte waren noch nicht reif. Diese Vielfalt geht auf die Nähe des Mount Kenya zurück. Das Gebiet liegt mit etwa 1500m schon recht hoch und viele Quellen machen eine vielfältige Vegetation möglich. An dieser Stelle ist es noch lustig, zu erwähnen dass der halbe Garten des Kinderheims von Petersilie bewachsen war und niemand so recht wusste, was man damit anfangen kann. Es gab einige ungläubige Blicke als wir sie schnitten und zum Essen taten.

Nach dieser tollen Woche sind wir wieder mit einem Matatu nach Nairobi zurückgefahren. Unterwegs ist uns ein Reifen geplatzt und es war amüsant mitzuerleben, wie sich aus einem defekten Wagenheber und einigen geliehenen Teilen doch wieder ein "neuer" Reifen an ein Fahrzeug montieren lässt. Doch Kenianer sind scheinbar hilfsbereit und prima im Improvisieren.

In Nairobi haben wir eine Nacht im Hotel geschlafen und sind am nächsten Morgen mit dem nachgeflogenen Thomas C. Ferber und Nelson (Manager des Hotels und Freund) in Richtung Narok aufgebrochen. Diesmal hatten wir für die Reise drei sehr geräumige Geländewagen und zwei Fahrer zu Verfügung. Für die Strecke von einigen Kilometern haben wir etwa zwei Stunden gebraucht. Die Straße war zunächst einigermaßen in Ordnung, wurde allerdings mit zunehmender Entfernung von Nairobi immer schlechter. Da die Geländewagen allerdings für solche Pisten ausgelegt sind, war es eher amüsant als nervig. Was uns allerdings überall begegnete, waren Bodenwellen. In und nahe den Orten sind sie in Abständen von 50 m überall auf den Straßen. Das hieß also immer Abbremsen auf 10 km/h und dann darüber fahren, Gas geben und direkt wieder abbremsen. Ein- oder zweimal erkannte unser Fahrer die Schikanen zu spät, wes wegen der Beckengurt dann relativ schmerzhaft war.

Auf dem Weg nach Narok sind wir zunächst durch das Rift Valley gefahren. Dies ist ein Graben, der sich durch halb Afrika zieht. An der Stelle an der wir den Graben überquert haben, ist er etwa 100km breit und 1000m tief. Innerhalb des Grabens war es merklich heißer und kärger bewachsen. Bei der Durchfahrt begegneten wir den ersten Zebras, Giraffen und Antilopen.

In Narok angekommen haben wir für ein leckeres und ausgedehntes Mittagessen Pause gemacht.
Noch einmal zwei Stunden haben wir für die verbleibende Fahrt in die Massai Mara gebraucht. Bereits unterwegs kamen uns die ersten Massai entgegen. Die Massai sind eine Volksgruppe die große Rinderherden, aber auch Ziegen hält. Ehemals waren sie Nomaden, heute lassen sich aber immer mehr Stämme nieder oder wechseln nur in größeren Abständen den Ort. Sie tragen auffällige rote Tücher und Schmuck und bauen Runddörfer, in die sie nachts das Vieh treiben, um es vor wilden Tieren zu schützen.

Am frühen Abend sind wir dann im Lager angekommen. Eine tief in den Hügeln am Rand des Nationalparks gelegene Anlage mit geräumigen Zelthäusern. Als wir ankamen war es natürlich eine große Überraschung, dass in der Nähe der Anlage Elefanten waren. Dieses Glück sollte sich auch in den nächsten Tagen fortsetzen.

Frühmorgens sind wir durch das Sekenani Maingate in den Park zu unseren Gamedrives (Safaris) aufgebrochen. Bei den teilweise langen Fahrten im Park haben wir einige Tiere und wunderschönen Landschaften bewundern können. Einige der Big Five konnten wir bewundern: Elefanten, Löwen und Wasserbüffel doch auch Strauße, Krokodile, Warzenschweine, Paviane, Geier, Giraffen, Zebras, Antilopen, Gnus und andere exotische Tiere kreuzten unseren Weg.

Ein interessantes Spektakel war auch die sogenannte Migration. Zu Beginn der Regenzeit ziehen die Tiere aus der Serengeti in die Massai Mara, und müssen dabei den Mara River überqueren. Einige Zeit hat es gedauert, bis sich eine Gruppe von Gnus und Zebras getraut hat, den Fluss zu durchschwimmen. Dabei konnten wir beobachten, dass nur ein Teil einer Gruppe von Zebras den Fluss überquert hat, der Rest aber auf der anderen Seite des Flusses zurückgeblieben sein muss. Mit lauten "Rufen" haben sich die Tiere gesucht. Einige von den Zebras und erstaunlicherweise auch ein Gnu sind also zurückgeschwommen und haben die restlichen Tiere der Herde quasi "abgeholt".

In diesen Tagen haben wir auch einen Spaziergang in ein Dorf der Massai gemacht. Mit einem traditionellen Tanz wurden wir in Begrüßung genommen, und wurden darauf in das Dorf begleitet, wo uns einige Lebensgewohnheiten der Massai gezeigt und erklärt wurden. Die Männer haben demonstriert, wie sie aus Elefantendung Feuer machen und die Frauen haben für uns gesungen. In der Gesellschaft der Massai gibt es sehr klare Vorstellungen von Zusammenleben. Polygamie ist üblich, d.h. ein Mann kann unbegrenzt viele Frauen heiraten.

Am letzten Morgen dieser drei Tage sind wir zu einem sogenannten Natural Walk aufgebrochen. 400 Höhenmeter haben wir überwunden und dabei auf ein Plateau am Rande der Massai Mara gestiegen. Unterwegs haben wir von Richard und Jackson, unseren Massai-Führern viele Informationen über Pflanzen und ihre Nutzung bekommen. Beim Abstieg mussten wir Elefanten ausweichen, da es durchaus gefährlich sein kann, diesen zu begegnen. Beim Abstieg hatten wir jedoch ein genau bestimmtes Ziel. In den kommenden Jahren soll in einem von und für Massai People entwickelten Projekt, eine Anlage ähnlich der in der wir wohnten, entstehen. Die Massai haben dafür ein Stück Land abgetreten, das wir uns angeschaut haben. Mit Hilfe aus Deutschland soll dieses Projekt verwirklicht werden. Es soll den Menschen zugute kommen. Deshalb ist es geplant, aus zukünftigen Gewinnen Krankenversorgung und Bildung zu finanzieren.

Am Ende der Tage, die wir in der Massai Mara waren, haben wir uns die Schule in Sekenani angeschaut, und mitgebrachte Schreibutensilien und Spielsachen überreicht.

Anschließend ging es mit den Autos zurück nach Narok. Dort hatten wir wegen einiger organisatorischer Dinge einen kurzen Aufenthalt. In dieser Zeit konnten wir eine für uns recht eigenartige Szene beobachten. Ein Polizist kam an das Fenster unseres Fahrers und sprach mit ihm. Unser Fahrer stieg aus, die beiden Männer nahmen sich bei den Händen und schlenderten ein paar Meter voraus. In einer Umarmung trennten sich die beiden wieder und der Polizist ging weiter seiner Wege. Diese gesamte Szene schien uns recht merkwürdig aber wir erfuhren, dass dieses Verhalten unter Fremden durchaus gebräuchlich ist.

Von Narok ging es dann weiter ins 200 km entfernte Nakuru. Für diese Strecke haben wir wegen katastrophaler Straßenverhältnisse (es musste kurz zuvor viel geregnet haben) etwa sechs Stunden gebraucht. In Nakuru sind wir am nächsten Morgen in den Lake Nakuru Nationalpark gefahren. Dort haben wir noch einmal verschiedene Tiere zu Gesicht bekommen: Unter anderem Nashörner, einige Flamingos und ein Teil der Gruppe auch einen Leoparden. Am Rande des Parks der nicht sonderlich groß ist, gab es eine Erhöhung, von der man den See wunderbar überblicken konnte.

Von Nakuru sind zwei der drei Autos Richtung Nanyuki aufgebrochen. Um zurück ins Kinderheim zu gelangen, sind wir nördlich um den Mount Kenya gefahren. Das dritte Auto hat die etwas kürzere Strecke über Nyeri südlich des Mount Kenya genommen. Auf dieser Fahrt haben wir einmal mehr sehr viele verschiedene Arten von Vegetation durchquert. Es ist wirklich faszinierend, wie sich nach nur 50 km die Landschaft so verändern kann. Unterwegs haben wir an den Thomson Falls einen Stopp eingelegt und kurz vor Nanyuki dann den Äquator von Süden nach Norden überquert.
In Nanyuki war es im Grunde ähnlich wie in den anderen Städten, die wir zuvor gesehen hatten. Holzgestelle boten die Möglichkeit zur Auslage von Waren und reges Treiben herrschte auf den Straßen. Etwa 20 km außerhalb Nanyukis haben wir in einer liebevollen Anlage in gemütlichen Holzbungalows übernachtet. Am nächsten Morgen sind wir früh über Meru nach Runyenjes ins Kinderheim gefahren. Zeitweise befanden wir uns dabei auf 2000m Höhe und konnten doch den Mount Kenya nicht einmal sehen.

Ein weiterer Unterschied, der mir auffiel, war die räumliche Ansiedlung von Menschen. Wir fuhren viel im Land umher, doch nie gab es eine Straße, von der aus man keine Menschen sah. Auch wenn man lange Zeit durch keine Siedlung fuhr, waren trotzdem überall Menschen. Alle schienen einer Tätigkeit nachzugehen.

Im Kinderheim angekommen, haben sofort die Vorbereitungen für das zehnjährige Jubiläum des Heims begonnen. Zunächst gab es am Vorabend der offiziellen Feier ein internes Festessen. Hierzu waren alle Kinder, Mitarbeiter, unsere Gruppe sowie einige Hühner und ein Schaf eingeladen. Für die Kinder war dies eine besondere Freude, da sie zu diesem Anlass eine Flasche Cola oder Limonade bekamen. Die Stimmung am Tisch war entspannt und ausgelassen, da alle das tolle Essen und die Atmosphäre genossen.

Am nächsten Morgen mussten Unmengen, von Möhren aber auch von Knoblauch geputzt und geschnitten werden. 200 geladene Gäste kamen am Nachmittag, um an der Feierlichkeit teilzunehmen, wobei es mich gefreut hat, viele Kinder zu sehen, da es ja schließlich um sie ging.
Interessant war der Ablauf der Feier. Zunächst gingen Kinder mit Krügen umher, damit sich die Gäste die Hände waschen konnten. Daraufhin gab es für jeden einen Teller Reis und eine Tasse Wasser. Gesättigt wurden danach einige Reden gehalten, getanzt und gesungen. Von unserer Seite wurden auch zwei Milchziegen als Geschenke überreicht, die das Heim in Zukunft mit etwas eigener Milch versorgen sollen. Ein großer Kuchen wurde angeschnitten, die Kinder gaben uns ein Stück und wir reichten danach den Gästen ein Stück. Am Ende der Feier bekamen noch einmal alle etwas zu trinken und Weißbrot. Am Abend, unserem letzten im Heim, saßen wir noch einmal ausgelassen aber auch etwas wehmütig mit den Kindern zusammen.

Am nächsten Morgen packten wir unsere Sachen zusammen und fuhren zurück nach Nairobi.
Dort angekommen konnten wir uns schnell frisch machen und brachen danach in die Innenstadt Nairobis auf. Nachmittags besuchten wir das kenianische Parlament. Dort wurde uns das politische System Kenias und die Platzverteilung im Parlament erklärt. Wir erfuhren auch wie traditionell, aber gleichzeitig auch bestimmt die Abläufe im Parlament sind.

Nach dem Parlamentsbesuch gingen wir noch einmal in die Innenstadt und schauten uns in der Markthalle Nairobis um. Die Halle glich eher einem Kunsthandwerksmarkt als dem, was wir unter einer Markthalle verstehen. Im Inneren fanden sich verhältnismäßig wenige Lebensmittel, dafür aber umso mehr Holzarbeiten, Textilien und Souvenirs.

Abends gingen wir zum Abschluss in ein Restaurant essen. Alle waren noch einmal beisammen, denn auch Nelson und Kathangu waren gekommen.
Abends im Hotel haben wir auch noch in den 17. Geburtstag von Juliane gefeiert und sind darauf recht müde ins Bett gefallen.

Am nächsten Morgen sind wir dann alle mit Gepäck in die Deutsche Botschaft gefahren. Dort hatten wir ein sehr interessantes Gespräch mit dem Botschafter. Viele Fragen über das Land und die Beziehungen zwischen Kenia und Deutschland konnten beantwortet werden. Nach dem Besuch der Botschaft haben wir Sabine und Peter Stey verabschiedet, die ihren Flug nach Mombasa erreichen mussten. Die Gruppe ist danach noch in das Nyumbani - Kinderheim weitergefahren. Diese Einrichtung bietet etwa 100 HIV-positiven Kindern ein Zuhause, eine positive Umgebung, die lebenswichtige medizinische Überwachung und Versorgung aber auch die Gewährleistung eines sicheren Aufwachsens. Über HIV sind in Kenia (wie in ganz Afrika) immer noch sehr viele Menschen nicht aufgeklärt und halten HIV-positive Kinder für Dämonen oder Ähnliches und stoßen sie häufig aus. Nach diesem sehr bewegenden Besuch haben wir uns auch auf den Weg zum Flughafen gemacht. Claus Dieter König ist noch zwei Tage und Thomas Gebauer sogar zwei Wochen geblieben, um unter Anderem, noch einiges in Kiaragana zu regeln. Die Anderen sind am Nachmittag in den Flieger nach Doha gestiegen, wo wir wie auf dem Hinweg drei Stunden Aufenthalt hatten. Morgens um sieben Uhr sind wir in Frankfurt mehr oder weniger müde, aber mit unglaublich vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen, angekommen.

Im Endeffekt bleibt mir nur zu sagen, wie unglaublich dankbar ich für diese Erfahrung bin. Wenn man Armutsbilder in den Medien sieht, kann man aufgrund der Distanz selten etwas damit anfangen. Durch diese Reise habe ich nun einmal etwas näher erlebt, wie ein afrikanisches Land funktioniert und wie die Menschen leben. Diese Erfahrungen waren nicht alle angenehm, aber ich bin dennoch froh, sie gemacht zu haben, da es in der heutigen Zeit vielleicht auch wichtig ist die Augen zu öffnen und zu sehen, was außerhalb der westlich zivilisierten und reichen Welt passiert.

Besonders haben mich aber die Menschen beeindruckt. Ich war zwar nur zwei Wochen in diesem Land doch schien es mir, als versuchten die Menschen unentwegt aus Ihrem Leben das Beste zu machen.

Josephine Wichmann

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