• Start
  • Kiaragana-Kinderheim
  • Work-Camp
  • Youth-Camp
  • Studienfahrten
  • ISMDI
  • Verein

I SEE e.V. logo

Work-Camp

  •  
  • Work-Camp
  • 2007
  • 2009

Wenn mich jemand fragen würde was ein besonderer Ort oder eines der schönsten Fleckchen der Erde für mich ist, würde ich um eine Antwort nicht herum kommen: Die Massai-Mara. Die wunderschöne Natur mit ihren endlosen Landschaften und den wilden Tieren, verbunden mit der unglaublichen Ruhe die man dort genießen kann, ist wirklich traumhaft. Dort konnte ich viele Eindrücke und Erfahrungen sammeln und das Arbeiten mit tollen und gastfreundlichen Menschen erleben. Durch das enge Zusammenleben mit den Massai, konnte man Land und Leute auf einer sehr intensive Art und Weise kennenlernen, die man mit dem touristischen Blickwinkel sicherlich nicht vergleichen kann. Zusätzlich fand eine durchdringende, überkontinentale Kommunikation statt, bei der man sich über die Rituale und Religionen, aber auch über normale soziale Verhältnisse austauschen konnte, die einem helfen konnten, vieles nachzuvollziehen oder zu verstehen.

Die Massai Krieger waren ebenfalls sehr wissbegierig und bemüht, so viele Informationen wie möglich aufzusaugen, um sich unsere Art, zu leben vorstellen zu können. Die Arbeit mit den Massai hat sehr viel Spaß gemacht, war aber gleichzeitig auch anstrengend da einfach eine andere Mentalität herrscht. Manche Konversation verlief schleppend, obwohl die allgemeine Verständigung mittels Englisch sehr gut funktionierte. Bei allem was man tut, sollte man immer auf viele Diskussionen vorbereitet sein, diese aber ebenso mit einer großen Menge Gelassenheit genießen. Das Klima war die erste Woche etwas verregnet, aber in den folgenden Wochen war es heiß und teilweise etwas schwül. Allerdings gab es kein Regen, so dass es sich hätte abkühlen können. Trotz allem kamen wir voran und konnten etwas schaffen. Nachts war es angenehm kühl, so dass man gut schlafen konnte, obwohl der Boden etwas uneben und dementsprechend auch etwas gewöhnungsbedürftig war.

Neben dem Klima und dem Schlafen war auch das Essen mit einer größeren Eingewöhnungszeit verbunden. Obwohl wir selbst kochen konnten, waren die Mittel teilweise, aufgrund der mangelnden Möglichkeiten einer geeigneten Lagerung von Lebensmitteln, begrenzt. Dazu kam, das zumeist fleischlose Essen, was für mich persönlich eine größere Herausforderung war. Allerdings waren Menge und Geschmack des Essens immer sehr gut und ausreichend - auch ohne Fleisch. Vor allem aber lehrte es mich zu schätzen, was man zu Hause alles hat. Es waren wirklich viele Dinge, die man erlebt hat oder die auf mich eingewirkt haben. Besonders in den ersten 1 ½ Wochen habe ich so viele Erfahrungen gemacht, dass es einige Zeit dauerte, um zu reflektieren was alles passiert ist. Nach und nach erkennt man doch sehr, wie weit man von einer für uns gewohnten Zivilisation entfernt ist. Allerdings hat man dort so eine große Ruhe, entfernt von all dem Stress und Druck dem man in unserer Gesellschaft ausgesetzt ist, die seines Gleichen sucht. So eine Erfahrung ist schwer zu beschreiben und die muss man vielleicht einfach selbst gemacht haben, um es nachvollziehen zu können. Beispielsweise solche alltäglichen Erlebnisse wie in den letzten Nächten, in denen es zum Vollmond mit seinem wunderschönen Sternenhimmel kam, wo die Nächte so erhellt waren, dass man manchmal gar nicht das Gefühl hatte, dass es Nacht war.

Dies alleine ist schon eine Reise wert. Oder genauso spannend wie erfreulich war die Erfahrung, als eine Herde Zebras direkt neben unseren Zelten gegrast hatte, bei der man genau hören könnte, wie sie das Gras abgerissen und gekaut haben. Mit etwas Abstand betrachtet freue ich mich sagen zu können, dass ich eine schöne Zeit hatte in der ich viel erlebt und gelernt habe. Ich freue mich auch, dass ich dort viele liebe Menschen kennengelernt habe und auch einige neue Freunde gewonnen habe die ich in Zukunft noch das eine oder andere Mal besuchen werde.

Sebastian Sassor

 

 

Es ist fast schade, zurück nach Hause zu gehen...

Man liest, hört, sieht Spiel - und Dokumentarfilme über Kenia aber selbst in Kenia zu sein, ist wie ein Gottesgeschenkt... Ich hätte nicht gedacht noch weniger davon geträumt, in einem Land zu kommen, wo die Schönheit und Tradition vielleicht eine Gabe oder ein Fluch ist....
Ich bin in Kenia gewesen, ich habe in sehr kurze Zeit, seine schöne und schwierige Seite kennengelernt.

Im Work-Camp wurde ich mit der Tradition konfrontiert, mit der man nicht unbedingt einverstanden sein will. Einerseits will man den Massai sagen, mit den wir gearbeitet haben, tut das nicht, die Beschneidung ist für Mädchen falsch und sehr schmerzhaft, aber anderseits muss man Geduld lernen und einfach zuhören, was die jungen Massai zu sagen haben und dann erst handeln. Mindestens die erstgeborenen Söhne der Frauen gehen zur Schule, lernen Englisch und andere Fächer, die ihnen helfen sollen die Welt zu verstehen. Trotzdem bleiben sie sehr in ihrer Kultur verankert. Es scheint als wüssten sie noch nicht genau, welche Teile der westlichen - Musungu - Lebensweise sie für sich übernehmen sollen. Die Neugier ist jedoch zu spüren.

Die Zusammenarbeit mit den Massai, leider meist nur mit jungen Männern, war für mich ein wichtiger Teil des Projekts. Zu Beginn haben uns die Massai in erster Linie als Touristen wahrgenommen. Erst im Laufe der Zeit, nach etwa zwei Wochen, habe ich das Gefühl bekommen, dass sich diese Wahrnehmung verändert hat. Die jungen Massai haben eigene Ideen in die Arbeit eingebracht. Dadurch haben sie nicht nur eine passive Rolle, fast als "Bedienstete" der Touristen, sondern auch eine aktive Rolle übernommen.

Für mich war es bewundernswert, dass die jungen Männer bereitwillig Aufgaben übernommen haben, die nicht zu ihren traditionellen Pflichten gehören. Dabei geht es besonders um häusliche Tätigkeiten wie z.B. Putzen, Wasser holen etc. Wenn ich darüber nachdenke, wie lange es in Europa gedauert hat bis sich solche Veränderungen in der traditionellen Rollenbildern allmählich vollzogen haben, beeindruckt mich die Flexibilität der Massai.

Eine Beobachtung hat mich besonders verwirrt: Trotz eines spürbaren starken sozialen Zusammenhalts unter den Massai schienen sie eine Menge "Geheimnisse" voneinander zu haben. Dadurch konnte man in privaten Gesprächen deutlicher ausgeprägte individuelle Einstellungen erkennen, als ich erwartet hätte. Für mich ist das ein Zeichen, dass sich bereits ein deutlicher Umbruch in der Gesellschaft vollzieht.

Dieses Projekt hat mich darin bestärkt, dass es sinnvolle Formen der Zusammenarbeit gibt, für die ich mich gern weiter engagieren würde. Wichtig war für mich der Versuch nicht als überlegener Helfer aufzutreten, sondern als gleichberechtigter Partner.

Agnieszka Wisznewski

  • Drucken
  • Weiterempfehlen

KontaktSpendenSeitenübersichtGästebuch

Gesellschaft für innovative Schulevaluation und -entwicklung I SEE e.V.

Gabelsbergerstr. 35 | 35037 Marburg | Tel: 06421-270609 | Fax: 06421-270611 | E-Mail: informationen@i-see.de

© I SEE e.V. | Impressumecomeda - medienagentur marburg. Typo3, Marketing